Stauferstelenprojekt künftig ohne Komitee

Komitee der Stauferfreunde

Die Initiatoren der Stauferstelen haben ihre Aktivitäten zum Jahresende 2018 eingestellt

Im Dezember 2000 wurde in Castel Fiorentino die erste Stauferstele eingeweiht. Als im Juni 2002 die Stele auf dem Hohenstaufen folgte, gründeten die Initiatoren am Tag der Einweihung das „Komitee der Stauferfreunde“. Dessen Ziel war es, künftig ein Netzwerk solcher Denkmäler an Europas herausragendsten Stauferstätten zu errichten. Inzwischen stehen achtunddreißig Stauferstelen in sechs europäischen Staaten. Wie erst jetzt durchgesickert ist, hat das Komitee zum Jahresende 2018 entschieden, keine weiteren neuen Stauferstelen mehr abzuwickeln.


VON PETER KOBLANK (2019)

Begründung

Rückseite der letzten Ausgabe der Broschüre „Stauferfreunde stiften Stauferstelen“.

Das Komitee der Stauferfreunde bestand zuletzt aus acht ehrenamtlichen Mitgliedern. Offizielle Begründung für die Einstellung der Tätigkeit war das fortgeschrittene Alter einiger Mitglieder.

Ein weiterer Grund könnte aber auch gewesen sein, dass die „Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen“ im Vorfeld erklärt hatte, ab 2019 nicht mehr für die Verwaltung der Spenden der Stifter und die Ausstellung von Spendenbescheinigungen zur Verfügung zu stehen.

Möglicherweise wird auch eine gewisse Frustation wegen der Aufdeckung von inzwischen vierzig Errata in den Stelentexten eine Rolle gespielt haben.

Rechtliche Konsequenzen

Das „Komitee der Stauferfreunde“ ist weder ein Verein, noch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Es ist keine juristische Person, hat keine rechtliche Struktur und ähnelt aus juristischer Sicht einem Stammtisch.

Auf Grund der überraschenden Entscheidung gibt es jetzt zwar keine Institution mehr, die systematisch um Stifter für künftige Stelen wirbt. Allerdings sind die bereits errichteten achtunddreißig Stauferstelen selbst die überzeugensten Werbeträger für dieses Projekt, das inzwischen nicht mehr zwingend auf ein Komitee angewiesen ist.

Die publizistische Unterstützung des Stauferstelenprojekts erfolgt unverändert durch die stauferstelen.net-Redaktion, die sich schon seit Jahren vom Komitee getrennt hat.

Die Urheberrechte an allen bisherigen und künftigen Stauferstelen liegen beim Bildhauer Markus Wolf, der nie Mitglied des Komitees war. Darüberhinaus ist zum Schutz vor eventuellen Nachahmern ein europaweit geltendes Geschmacksmuster auf den Bildhauer eingetragen.

Das Stauferstelenprojekt geht weiter

Der Bildhauer teilte auf Anfrage mit, dass er die Entscheidung des Komitees überaus bedauere. Es habe insbesondere in der Person des Dr. Gerhard Raff mit der Gewinnung von knapp vierzig Stiftern etwas Unglaubliches geleistet.

Selbstverständlich werde er auf Wunsch auch in Zukunft Stauferstelen für weitere Orte der Staufergeschichte schaffen. Dies geschehe auch im Sinne der ursprünglichen Initiatoren dieses Projekts. Es verstehe sich von selbst, dass er im Falle einer neuen Stele das Altkomitee informieren und dessen Rat und Empfehlungen mit einfließen lassen werde.

Wer eine Stauferstele stiften wolle, kann sich nach Worten von Markus Wolf direkt an ihn wenden.

Fragen zur Stiftung einer Stauferstele beantwortet weiterhin auch die Redaktion der Stauferstelen-Website unter mail@stauferstelen.net.

www.stauferstelen.de