Simulation eines Teils des geplanten Stauferfrieses. Es zeigt den Einzug Konradins in Gmünd im Jahre 1266. Vergrößerte Ansicht. Quelle: stauferfries.de.

Der Stauferfries in Schwäbisch Gmünd

Der in Schwäbisch Gmünd lebende Maler, Grafiker und Kunsthistoriker Helmut Gruber-Ballehr entwickelte 2013 die Idee eines Stauferfrieses. Dieses 60 Meter lange Kunstwerk wird den Einzug des letzten Staufers Konradin im Jahre 1266 in Schwäbisch Gmünd darstellen.

In Edelstahl geschnitten, wird es an der Südfassade des Einkaufszentrums "Remsgalerie" die Bedeutung der Staufer für die "Älteste Stauferstadt" sichtbar machen. Bei Tag werden die Figuren als silberglänzende Formen vor der nüchtern gestalteten Backsteinfassade des Einkaufszentrums schweben. Bei Dunkelheit wird der Stauferfries mit energiesparendem LED-Licht hinterleuchtet werden. Der eigens dafür gegründete Verein "Stauferfries e.V." arbeitet in Kooperation mit der Stadt an der Realisierung und sammelt Spenden für das Projekt.

Preistafel für die Patenschaften (Stand 20. Oktober 2020). Vergrößerte Ansicht. Quelle: stauferfries.de.

Um ein solch großes Projekt zu realisieren, bedarf es nicht nur der Zustimmung der Bevölkerung, sondern auch großzügige Geldgeber. Für das Kunstprojekt sind 300.000 Euro mit Hilfe von Spenden zu finanzieren.

Durch eine Patenschaft für eine Figur des Frieses können Sie Teil des Stauferfrieses werden. Sämtliche Patenschaften werden den hundert Figuren und Fahnen sichtbar zugeordnet und die Paten erhalten zusätzlich eine Urkunde.

Spenden sind steuerlich absetzbar, denn der "Stauferfries e.V." ist als gemeinnützig anerkannt.

Stauferstele in Schwäbisch Gmünd vor der romanischen Johanniskirche. Auf der Seite mit dem Reichsadler sind die Besuche staufischer Könige und Kaiser in der Stadt genannt, darunter auch der von Konradin im Jahre 1266 vor dessen Aufbruch nach Italien.

Vergrößerte Ansicht.

Der 2018 verstorbene Lorcher Maler und Grafiker Hans Kloss verewigte Konradin in seinem Schwäbisch Gmünder Epos auf dem vierten von fünfzehn Monumentalgemälden. Es hat den Titel "König Konrad (Konradin) vor der Johanniskirche".

Am 28. Dezember 1266 urkundete der damals 14-jährige Konradin in Gmünd, bevor er im Spätsommer 1267 nach Italien zog, um sein Erbe als rechtmäßiger König von Sizilien anzutreten. Dort verlor er die entscheidende Schlacht gegen Karl I. von Anjou, wurde auf der Flucht ergriffen und 1268 in Neapel enthauptet. Er war der letzte Staufer in männlicher Linie. Seine Gebeine liegen in der Basilica santuario di Santa Maria del Carmine Maggiore in Neapel.

Das von dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen im Auftrag von König Maximilian II. von Bayern geschaffene Grabmal von Konradin in der Basilica santuario di Santa Maria del Carmine Maggiore in Neapel steht gegenüber der Kanzel. Vergrößerte Ansicht.

Lateinischer Text der Urkunde vom 28. Dezember 1266. Vergrößerte Ansicht.

In der Urkunde vom 28. Dezember 1266, aus der sich auf einen Aufenthalt Konradins in Gmünd schließen lässt, werden zwei Esslinger Bürger mit Zollrechten belehnt. Sie hat also nichts mit irgendwelchen Sachverhalten in Gmünd zu tun, wurde aber aput Gamundiam ausgestellt, was mit bei oder in Gmünd übersetzt werden kann.

Der damals 14-jährige Konradin (dieser heute übliche Name geht auf das Diminutiv Corradino zurück, das ihm der italienische Volksmund gab) urkundet als Chonradus secundus, dei gracia Ierusalem et Sycilie rex, dux Swevie, also als Konrad II. König von Jerusalem und Sizilien sowie Herzog von Schwaben. Die Ordinalzahl II. bezieht sich auf das Königreich Sizilien, denn als König von Jerusalem war er bereits der dritte und als Herzog von Schwaben der vierte mit dem Namen Konrad.

Die Urkunde ist datiert auf anno dominice incarnacionis millessimo ducentesimo sexagesimo septimo, in die Innocentum, decime indicionis, also auf das Inkarnationsjahr 1267, den Tag der unschuldigen Kinder, der am 28. Dezember gefeiert wird, und die 10. Indiktion.

Die Indiktion (lat. indictio = Ankündigung) ist ein 15-jähriger Zyklus zur Jahreszählung, der seit der Spätantike bis zum Ende des Mittelalters in Urkunden sehr häufig redundant verwendet wurde. Sie errechnet sich mit der Formel Indiktion = (Inkarnationsjahr + 3) mod 15. Für das Inkarnationsjahr 1267 ergibt sich nach dieser Formel als Indiktion: (1267 + 3) / 15 = 84 Rest 10. Die Indiktion in der Urkunde passt demnach zum Inkarnationsjahr, was bei mittelalterlichen Urkunden nicht immer der Fall ist und dann die Datierung erschwert.

Am 28. Dezember 1267 war Konradin aber bereits in Italien. Dieser Widerspruch erklärt sich damit, dass der Schreiber der Urkunde das neue Kalenderjahr 1267 bereits mit dem 25. Dezember beginnen ließ, dem Tag der Geburt Christi. Bei einem Beginn des neuen Kalenderjahrs am 1. Januar ist die Urkunde jedoch auf den 28. Dezember 1266 zu datieren.

An welchem Tag Konradin in Gmünd ankam, ob er gar das Weihnachtsfest dort verbracht hat und ob ihn sein drei Jahre älterer Freund Friedrich von Baden, der auf dem Stauferfries hinter ihm reitet, tatsächlich auf dieser Reise begleitete, lässt sich aus dieser Urkunde, der einzigen Quelle zu Konradin in diesem Zeitraum, nicht erschließen.

Urkunde: RI V,1,2 n. 4820; WUB Band VI, Nr. 1886; LA BW StAL B 169 U 11.

Links: Konradin lässt bei der Beizjagd mit seinem Freund Friedrich von Baden einen Falken steigen. Codex Manesse, um 1300, Fol. 7r. – Rechts: Konradin und Friedrich von Baden vernehmen beim Schachspiel ihr Todesurteil. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, 1784, Original im Bestand des Schlossmuseums Gotha. – Vergrößerte Ansicht.

Die öffentliche Enthauptung Konradins auf dem Marktplatz von Neapel 1268. Miniatur aus der Nuova Cronica des Giovanni Villani, um 1350, Fol. 112v. Vergrößerte Ansicht.

Simulation eines Teils des geplanten Stauferfrieses bei Nacht. Es zeigt den Einzug Konradins in Gmünd im Jahre 1266. Vergrößerte Ansicht. Quelle: stauferfries.de.

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