ELLWANGEN 2012

Die Stauferstele steht vor dem Eingangstor zum Ellwanger Schloss, das auf eine Burg zurückgeht, die um 1200 von Abt Kuno I. erbaut wurde. Von der Innenstadt aus führt die Schlosssteige zum Parkplatz am Eingang des Schlosses.

Inschriften der 18. Stauferstele

Mitra

KUNO I.
VON 1188 BIS ZU
SEINEM TOD 1221
ABT VON ELLWANGEN
1215 REICHSFÜRST
SEIT 1217 ZUGLEICH
ABT VON FULDA
BEDEUTENDER BERATER
DER STAUFER
—————————————
BEGINNT 1182
MIT DEM BAU DER
1233 VON BISCHOF
ENGELHARD
VON NAUMBURG
GEWEIHTEN
KLOSTERKIRCHE
SANKT VITUS
———————————————————
MARKUS WOLF FECIT MMXII



Wappen des Reichs

FRIEDRICH I.
BARBAROSSA
AUS DEM HAUSE
HOHENSTAUFEN
1147 HERZOG
VON SCHWABEN
1152 DEUTSCHER KÖNIG
1155 KAISER
DES HEILIGEN
RÖMISCHEN REICHS
DEUTSCHER NATION
—————————————
NIMMT
AM 24. OKTOBER 1152
IN WÜRZBURG DIE
>ABBATIA ELLWANC<
IN SEINEN SCHUTZ
UND BESTÄTIGT
AM 29. SEPTEMBER 1168
IN SCHWÄBISCH GMÜND
DIE RECHTE DER
>ELWACENSI ECCLESIE<
AM VIRNGRUNDWALD
———————————————————
IM ANDENKEN AN
GEORG LOCHNER 1890-1968
ROSA LOCHNER 1901-1989



Wappen von Ellwangen

CIVITAS ELWANGEN
ERSTE ERWÄHNUNG
DER STADT
ELLWANGEN
IN EINER URKUNDE
DER GRAFEN
KONRAD UND LUDWIG
VON OETTINGEN
VOM 24. APRIL 1229
—————————————
DER STAUFERTREUE
ABT RUGGER
VON ELLWANGEN
WEIGERT SICH
AM HOFTAG
VON KONRADS IV.
GEGENKÖNIG
HEINRICH RASPE
IM AUGUST 1246
IN FRANKFURT
ZU ERSCHEINEN
———————————————————
GESTIFTET VON
GEORG LOCHNER MIT FAMILIE



Wappen des Herzogtums Schwaben

FRIDERICUS
DEI GRATIA
IMPERATOR
ROMANORUM
ET SEMPER AUGUSTUS
REX IERUSALEM
ET SICILIE
DUX SUEVIE
1194-1250
—————————————
ABT KUNO I.
VON KÖNIG
FRIEDRICH II.
ZUM REICHSFÜRSTEN
ERHOBEN
VERHANDELT DESSEN
KAISERKRÖNUNG
AM 22. NOVEMBER 1220
DURCH PAPST
HONORIUS III.
IN ROM

Hintergrundinformationen zur Stauferstele


Diese beiden Briefmarken stammen aus der Serie I (1964-1965) und der Serie II (1966-1969) der Dauermarkenserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten und zeigen das Eingangstor zum Ellwanger Schloss.


Genau dort am Eingangstor zum Ellwanger Schloss steht seit 2012 die Stauferstele.

Ellwangen entstand im 7. Jahrhundert als alemannische Siedlung. Das Benediktinerkloster Elehenuuang wird bereits am im Jahre 814 in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen erwähnt.

Zur Zeit der Staufer entwickelte sich aus dem Wohnbereich der zum Kloster gehörenden Laien eine Stadt, deren Bewohner unter der Oberhoheit des Abtes standen. Das Kloster unterstand spätestens ab 1124 direkt dem Papst. Seine Äbte waren ab 1215 Reichsfürsten.

Nach einer Phase des Niedergangs wurde Kloster 1460 in ein weltliches Chorherrenstift mit einem Fürstpropst und einem Stiftskapitel mit zwölf adligen Kanonikern und zehn Chorvikaren umgewandelt. Der Propst residierte auf dem Schloss ob Ellwangen und hatte die kirchlichen Rechte eines Bischofs.

Erläuterung der Inschriften

Mitra. Zu den Amtszeichen eines Abtes gehören Stab, Ring und Mitra. – Kuno I. war zwischen 1188 und 1221 Abt im Kloster Ellwangen. Zwischen 1217 und 1221 war er zugleich Abt im Kloster Fulda. Im Jahr 1215 wurde Ellwangen Fürstabtei und Kuno I. der erste Ellwanger Fürstabt. Die Abtei erhielt in seiner Amtszeit das Recht der Hochgerichtsbarkeit, konnte also über Leben und Tod richten. Er begann 1182 mit dem Bau der zum Kloster gehörenden Basilika St.Vitus, die 1233 geweiht wurde und als die bedeutendste romanische Gewölbebasilika Schwabens gilt. – Abt Kuno war Berater der Stauferkaiser. Im Auftrag des Stauferkönigs Friedrich II. reiste er im Frühjahr 1220 an der Spitze einer Delegation nach Rom, um mit Papst Honorius III. über die Kaiserkrönung zu verhandeln. – Markus Wolf ist der Bildhauer, der die Stele 2012 machte (lat.: fecit).

Reichsadler. König Friedrich I. Barbarossa nahm 1152 in einer in Würzburg ausgestellten Urkunde die Abbatia Ellwanc (dt.: Abtei Ellwangen) unter seinen Schutz. 1168 bestätigte er, inzwischen als Kaiser, die Rechte der Elwacensi ecclesie (dt.: Ellwanger Kirche).

Ellwangen. 1229 wird Ellwangen erstmals als civitas Ellwangen, also als Stadt erwähnt. – Konrad IV., ein Sohn von Kaiser Friedrich II. hatte zu Lebzeiten seines Vaters bereits Heinrich Raspe als Gegenkönig. In diesem Zusammenhang weigerte sich Abt Rugger, 1246 bei einem Hoftag des Gegenkönigs zu erscheinen.

Stauferlöwen. Die lateinische Inschrift bezieht sich auf den Stauferkaiser Friedrich II. und heißt auf Deutsch: Friedrich von Gottes Gnaden Kaiser der Römer und immer erhaben, König von Jerusalem und Sizilien, Herzog von Schwaben. – Darunter wird auf die bereits auf der Seite mit der Mitra beschriebene Erhebung zum Reichsfürsten und seine Reise nach Rom Bezug genommen.

Mit dem Bau der 1233 geweihten romanischen Gewölbebasilika St. Vitus hat Abt Kuno I. begonnen. Das barocke Schloss ob Ellwangen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geht auf eine Burg zurück, die um 1200 ebenfalls von Abt Kuno I. erbaut wurde.

V.l.n.r.: Ursula und Georg Lochner mit Schwester Irmgard Lochner bei der Einweihung der Stauferstele in Dinkelsbühl am 12. Oktober 2013.

Stifter der Stauferstele

Georg und Ursula Lochner
In memoriam
Georg Lochner (1890-1968)
Rosa nata Lochner (1902-1989)

Einweihung: 9. September 2012


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