Errata der Stauferstelen

Man sollte die Worte genau prüfen, die man in Stein hauen lässt

Die Inschriften von zwanzig der vierunddreißig Stauferstelen enthalten fünfunddreißig teils harmlose, teils aber auch gravierende Unrichtigkeiten und Irreführungen. Da hilft kein Radiergummi und kein Tipp-Ex, und leider kann man die fehlerhaften Texte auch nicht einfach zuspachteln und neu gravieren.


VON PETER KOBLANK (2016)

Was vier Millimeter tief in den Jura-Travertin eingemeißelt ist, lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Wer einen Fachaufsatz im Internet publiziert, kann eventuelle Fehler und Irrtümer (lat.: erratum, Plural errata) jederzeit korrigieren und neuere Erkenntnisse problemlos nacharbeiten. Anders bei einem steinernen Denkmal, in das der Bildhauer die ihm vorgelegten Inschriften sozusagen für die Ewigkeit einmeißelt.

Bei einer Stauferstele aus viereinhalb Tonnen Stein müssen demzufolge extreme Maßstäbe an die Qualitätssicherung gestellt werden.

Erst nach etwa zweitausend Jahren wird die Oberfläche des Jura-Travertin, die vom ständigen Verwitterungsprozess angegriffen und im Laufe eines Jahrhunderts um etwa 0,2 Millimeter reduziert wird, so stark verwittert sein, dass man die vier Millimeter tief eingravierte Schrift dann nicht mehr lesen kann.1

Zu den Mindestanforderungen gehört die absolute Präzision bei der Übertragung von Ortsnamen und logischen Zusammenhängen aus den verwendeten – im Hochmittelalter üblicherweise lateinischen – Quellen.

Auch sollte man historische Hypothesen, die spekulativ, umstritten oder gar widerlegt sind, besser nicht in Stein meißeln. Denn es ist nicht möglich, einen fehlerhaften Text einfach zuzuspachteln und neu einzugravieren.

Pro Jahr errichtete Stelen (grün) und Anzahl der darauf zu findenden Fehler (rot, = korrigiert). Nur in drei Jahren wurde fehlerfrei gearbeitet. 2011 wurden auf der Stele in Besigheim vier Errata eingemeißelt. 2015 gab es mehr als doppelt soviele Fehler wie Stelen. Bisher wurden erst zwei Errata korrigiert: 2014 in Heilbronn (E4) und 2016 in Bamberg (E7).

E1–E8: Falsche Bezeichnung oder Jahreszahl

In Bopfingen wird BEPHINGIN als Ortsbezeichnung von Bopfingen genannt, die 1188 in einem Ehevertrag verwendet worden sein soll. Tatsächlich wird in diesem Seligenstädter Vertrag von 1188 der Ort als Bebphingin bezeichnet.2

Auf dem Trifels wird ein Mann namens Diemarus CAPITANEVS DE TRIVELS genannt, der in der ältesten Handschrift des Schenkungsbuchs des Klosters Reichenbach als capitaneus de driveles und im Württembergischen Urkundenbuch mit de Driuels steht.3 Alle weiteren Details sind hier bei der Dokumentation der Stauferstele auf dem Trifels beschrieben.

In Dinkelsbühl steht, dass die DIE STADT >DINCKELSBUEL< 1241 JÄHRLICH 40 MARK SILBER REICHSSTEUER entrichtet hat. In der Reichssteuerliste von 1241 steht sie jedoch unter der Nummer 63 als Dinckelspuel, wobei in der Urkunde das ursprüngliche 'b' in ein 'p' korrigiert wurde.4

In Heilbronn wurde ursprünglich 1291 als Jahr der VERLEIHUNG DES STADTRECHTS DURCH KÖNIG RUDOLF VON HABSBURG genannt. Die Ziffer 9 wurde, wie man erkennen kann, nachträglich in eine 8 nachgebessert und so die Jahreszahl auf 1281 berichtigt. – Dies war der erste Fehler auf einer Stauferstele, der nachträglich korrigiert wurde.

In Denkendorf wird Stifter des Klosters als COMES BERTOLDUS VIR NOBILIS ET ILLUSTRISSIMUS bezeichnet. In den Quellen ist dieser Superlativ "illustrissimus" nirgends zu finden. Stattdessen wird er dort illustris vir Bertoldus comes5 bzw. dominus Bertolfus, nobilis et illustris vir6 genannt.

In diese Kategorie gehört auch Haguenau, wo Herzog Friedrich II. von Schwaben ("der Einäugige") in einer französischen Inschrift als FREDERIC LE MONOCULAIRE bezeichnet wird. Denn die Franzosen kennen ihn, wie man im Internetzeitalter unschwer feststellen kann, als Frédéric le Borgne (fr. borgne = dt. einäugig).

In Bamberg steht, EKBERT sei 1209–1237 BISCHOF VON BAMBERG gewesen. Er war aber schon seit 1203 Bischof. In seinem Palast wurde 1208 Philipp von Schwaben ermordet und er wurde der Mittäterschaft verdächtigt.7 – Dies war der zweite Fehler auf einer Stauferstele, der nachträglich korrigiert wurde.

In Schwäbisch Gmünd steht, wird der Besuch von HEINRICH VI. auf 1193 datiert, obwohl dieser auf Grund seines Itinerars 1192 stattgefunden haben muss. Alle weiteren Details sind hier bei der Dokumentation der Schwäbisch Gmünder Stauferstele beschrieben.8

E9: Das mütterliche Erbe von Markgraf Hermann II. von Baden

In Baden-Baden wird erklärt, seit 1112 habe sich Markgraf Hermann II. von Baden NACH DER VON SEINER MUTTER JUDITH ERERBTEN BURG HOHENBADEN genannt. Das Problem ist aber, dass man über diese Mutter außer ihrem Namen Judith nichts weiß. Eine Einreihung in eine der südwestdeutschen Adelsfamilien ist bisher noch nicht gelungen. Wenn man aber nicht weiß, woher sie kommt, kann man auch nicht wissen, was sie in die Ehe mitgebracht bzw. später vererbt hat.

Man geht davon aus, dass Hermann durch einen Ausgleich mit Kaiser Heinrich IV. im Jahre 1098 zu dieser Besitzung kam.9 Wobei derartige Details der Geschichte des Hauses Baden für eine Stauferstele ohnehin vollkommen nebensächlich sind und garnicht erwähnt zu werden brauchen.

E10: Die Stauferin Berta von Boll

In Bad Boll wird BERTA VON BOLL als TOCHTER VON HERZOG FRIEDRICH I. VON SCHWABEN vorgestellt. Damit wäre sie SCHWESTER DES ERSTEN STAUFERKÖNIGS KONRAD III. sowie TANTE DES ERSTEN STAUFERKAISERS FRIEDRICH I. BARBAROSSA. Diese Hypothese versuchte Heinz Bühler 1977 zu beweisen.10 Allerdings hat Tobias Weller diese Gedankenspiele inzwischen überzeugend als reine Spekulation klassifiziert.11

Daran ändert auch nichts, wenn Berta von Boll bei Hansmartin Decker-Hauff in dessen seither vielfach von Ahnenforschern kopierter Staufergenealogie im Band 3 des Ausstellungskatalogs der Stuttgarter Stauferausstellung im Jahre 1977 als Stauferin auftaucht.12 Denn "inzwischen kann als communis opinio der seriösen Mediävistik gelten, dass man die Aufstellungen und Quellenfunde Decker-Hauffs im Stauferkatalog ignoriert." 13

Der Berta von Boll gewidmeten Stauferstele fehlt die historische Existenzgrundlage.14

E11: König Heinrich (VI.) in Lorch begraben

In Bopfingen wird erklärt, König HEINRICH (VI.) sei BEIGESETZT IN LORCH. Heinrich (VI.), der im Alter von dreizehn Jahren verstorbene Sohn und Mitkönig Konrads III. ist aber möglicherweise nicht im Kloster Lorch, sondern wie seine Mutter Gertrud von Sulzbach und sein Bruder Friedrich von Rothenburg im Kloster Ebrach bestattet.

Da weder hier noch dort ein Grab von Heinrich zu finden ist, kann man zur Wahrheitsfindung ein heute nicht mehr existierendes Epitaph heranziehen. Dieses befand sich im 15. Jahrhundert in der Lorcher Klosterkirche. Die lateinische Inschrift dieser Tafel wird in der um 1470 entstandenen Hystoria Friderici Imperatoris Magni zitiert und nennt Heinrich (VI.) als einen der in Lorch bestatteten Staufer:

Königin Gertrud, König Konrads Freundin, liegt dort mit ihrem zu Asche gewordenen Sohn Heinrich.15

Doch Heinrichs Mutter Königin Gertrud ist definitiv nicht in Lorch, sondern im Kloster Ebrach bestattet. Daraus ergibt sich eine Zwickmühle:

  • Wenn Heinrich in Lorch bestattet ist, dann nicht zusammen mit seiner Mutter Gertrud.
  • Ist Heinrich aber mit seiner Mutter Gertrud bestattet, dann nicht in Lorch, sondern in Ebrach.

Man wäre bei dieser widersprüchlichen Quellenlage gut beraten, weder das eine, noch das andere in Stein zu meißeln, zumal diese Information auf einer Stele, die in Bopfingen steht, vollkommen überflüssig ist und garnicht erwähnt zu werden braucht.

E12: Friedrich I. Barbarossas Schenkung an den Markgraf von Baden

In Besigheim wird erklärt, FRIEDRICH I. BARBAROSSA [...] SCHENKT AM 12. JULI 1153 DEM MARKGRAFEN HERMANN III. VON BADEN [...] DEN HERRENHOF BESIGHEIM. Verschenken kann man zweifellos nur, was einem gehört. Doch als nächstes erfährt man, dass der Hof ZUVOR IM BESITZ DES KLOSTERS ERSTEIN IM ELSASS war. Wie nun?

Der curtis Basincheim (dt.: Hof Besigheim) gehörte tatsächlich dem Kloster. Das Kloster verschenkte den Hof an den Markgraf. Und Friedrich Barbarossa bestätigte am 12. Juli 1153 auf Bitte der Ersteiner Äbtissin Bertha diese Schenkung des Klosters an den Markgraf Hermann III. von Baden, die er mit dem Vogt des Klosters gemeinsam vollzogen hat.16

E13: Friedrich I. Barbarossas Vetter Volknand

In Adelberg wird Volknand, der Stifter des Klosters, als VETTER VON KAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA bezeichnet. In einem rund viereinhalb Jahrhunderte nach Volknands Tod erstellten Dokument aus dem Jahr 1629 ist tatsächlich von Volknands Vöttern Kayser Friedericum Barbarossam die Rede.17

Walter Ziegler versuchte dies 1977 zu verfizieren. Über das Konstrukt einer unbekannten Frau, die die Mutter Volknands und die Ehefrau eines Volknand von Toggenburg gewesen sein soll, führt laut Ziegler eine Abstammungslinie zurück zu Ludwig von Staufen, der dadurch Volknands Urgroßvater gewesen sein soll.18 Dieser Ludwig von Staufen war ein Bruder von Herzog Friedrich I. von Schwaben, der wiederum der Großvater von Kaiser Friedrich I. Barbarossa war. Friedrich von Büren, der Urgroßvater Barbarossas, wäre nach dieser Theorie gleichzeitig der Ururgroßvater von Volknand.

Abgesehen davon war der eine dieser beiden hypothetischen Vettern ein Ministeriale, also ein unfreier Dienstmann (von lat. minister = Diener) der Staufer, der andere aber der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

E14: Der Tod von Herzog Konrad II. von Schwaben verhindert ein staufisches Kastilien

In Rothenburg wird im Zusammenhang mit Konrad, dem fünften Sohn von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, die Theorie aufgestellt, KONRADS TOD AM 15. AUGUST 1196 IN DURLACH VERHINDERT EIN STAUFISCHES KÖNIGREICH KASTILIEN. Barbarossa hatte 1188 im Seligenstädter Vertrag in der Tat die Verlobung seines 1172 geborenen Sohnes, des späteren Herzog Konrad II. von Schwaben, mit Berengaria, Tochter von König Alfons VIII. von Kastilien, vereinbart.2

Allerdings wurde dieses Heiratsprojekt nie zur Realität. Doch nicht der Tod Konrads im Jahre 1196 verhinderte ein "staufisches Königreich Kastilien". Da die Braut minderjährig war, handelte es sich aus ihrer Sicht um eine desponsatio impuberis. Das Eheverhältnis war zwar begründet, hinsichtlich des Vollzugs aber auf die Zukunft ausgerichtet. Erst wenn die Braut ehemündig geworden war und zustimmte, entstand durch ihre Zustimmung ein vollgültiges matrimonium. Zwischen Herbst 1191 und Anfang April 1192 erklärte Berengaria, dass sie dieser Ehe nicht zustimme. Dies wurde von Erzbischof Gonzalo von Toledo und dem päpstlichen Legaten Gregor, Kardinaldiakon von San Angelo, bezeugt. Die Anwesenheit dieser hochrangigen Geistlichen deutet darauf hin, dass Papst Coelestin III. mit Erfolg versucht hatte, diese Verbindung der Staufer nach Spanien zu hintertreiben.19

E15: Kaiser Heinrich IV. wurde in Waiblingen geboren

In Waiblingen wird Gottfried von Viterbo (* 1125 † um 1191/1192) mit "DE QUARTO HENRICO IMPERATORE NATO A LOCO QUI DICITUR GUEIBELINGE" zitiert. Dieser italienische Geschichtsschreiber und Dichter behauptete um 1185 in seinem in lateinischer Sprache verfassten Pantheon mit diesem Satz, der Salierkaiser Heinrich IV. sei in Waiblingen geboren. Man geht jedoch davon aus, dass Gottfried in Kenntnis eines älteren Geschichtswerkes des Barbarossa-Biografen Bischof Otto von Freising20 seiner Phantasie freien Lauf gelassen hat und Kaiser Heinrich IV. in Wirklichkeit in Goslar geboren wurde.21

Auch wenn das Zitat von Gottfried von Viterbo nicht auf Deutsch auf der Stele steht, suggeriert es allen Betrachtern, die des Lateinischen auch nur rudimentär mächtig sind, man befände sich in Waiblingen am Geburtsort des durch seinen Gang nach Canossa berühmt gewordenen Kaisers Heinrichs IV.22

E16: Dinkelsbühl an der Nibelungenstraße

In Dinkelsbühl wird eine KREUZUNG DER VOM MITTELRHEIN ZUR DONAU FÜHRENDEN >NIBELUNGENSTRASSE< MIT DER VON WÜRZBURG KOMMENDEN NACH AUGSBURG UND ITALIEN FÜHRENDEN STRASSE genannt. Tatsächlich kreuzten sich in Dinkelsbühl schon vor Gründung der Stadt zwei Handelswege, der eine in Nord-Süd- und der andere in West-Ost-Richtung.23 Auch wenn der letztere, der von Worms über Prag nach Krakau führte, gelegentlich als Nibelungenstraße bezeichnet wird, sollte man dies besser nicht in Stein meißeln. Denn die Reise der Burgunder von Worms nach Ungarn zu Etzels Hof ist im Nibelungenlied anders beschrieben: Reise auf dem Mainstrom an hinauf durch Ostfranken ... von Ostfranken nach Schwanefelde ritten ... der König an die Donau kam.24

Der Main fließt nördlich von Dinkelsbühl bei Würzburg und von da geht die Reise in südöstlicher Richtung weiter zur Donau. Daher kann der Weg der Nibelungen abgesehen davon, dass es sich um eine Sage handelt, aus naheliegenden geografischen Überlegungen nicht von Westen nach Osten durch das heutige Dinkelsbühl geführt haben.

E17: Markgröningen vs. Neckargrönigen

In Markgröningen wird behauptet, dass König Konrad III. IN MARKGRÖNINGEN AM 14. OKTOBER 1139 EINEN HOFTAG abgehalten habe. Weiterhin habe Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1189 VOM KLOSTER MURBACH IM ELSASS EINEN GROSSEN HOF IN MARKGRÖNINGEN überreicht bekommen. Tatsächlich herrscht bis ins 12. Jahrhundert hinein Unsicherheit darüber, ob Nennungen in schriftlichen Quellen sich auf Markgröningen oder auf Neckargröningen beziehen.25 Weder gibt es einen Anhaltspunkt dafür, dass die für Markgröningen seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts nachweisbare Burg im 12. Jahrhundert bereits existierte, noch ist die Existenz eines Herrenhofes nachzuweisen.26

Konrad III. fertigte am 14. Oktober 1139 in Groningen eine Urkunde aus, in der er das Augustiner-Chorherrenstift in Denkendorf in seinen Schutz nahm. Es ist reine Spekulation, dieses Groningen in Markgröningen zu verorten.26 Ebenso ungewiss ist der Übergang eines Hofes der elsässischen Abtei Murbach im Jahre 1189 an Konrads Neffen und Nachfolger, Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Denn es ist nicht zu entscheiden, ob die in partibus Suevie (dt.: in Schwaben) gelegene curia magna Grueningen sive Gruenowe dicta (dt.: großer Hof namens Grüningen oder Grünowe) mit den ihr zugehörenden 250 milites (dt.: Ritter), die dem Kaiser in jenem Jahr von Abt Widerolt von Murbach übergeben worden sein soll, tatsächlich in Markgröningen gesucht werden darf.27

E18: Vorgängeranlagen der Wäscherburg

Bei der Wäscherburg werden AUF DEM NAHEN 'BURREN' GESTANDENEN VORGÄNGERANLAGEN DER WÄSCHERBURG genannt. Tatsache ist, dass zu einer Zeit, in der die heutige Wäscherburg noch nicht existierte, auf dem sechshundert Meter westlich gelegenen Burren ein Wohnturm existierte. Dieser erste Wohnturm wurde in gotischer Zeit durch einen neuen Wohnturm ersetzt. Beim Bau des zweiten Wohnturms wurde der Turmhügel aufgeschüttet und auf die heute noch sichtbare Fläche von 18 mal 18 Metern vergrößert und der heute noch teilweise drei Meter tiefe Graben mit einem inzwischen verschleiften Außenwall angelegt.

Da dieser zweite Wohnturm auf Grund eines gotischen Grabungsfundes später als die Wäscherburg erbaut wurde und neben dieser existierte, handelt es sich auf dem Burren nicht um Vorgängeranlagen der Wäscherburg. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Turmhügel auf dem Burren ein drittes, neuzeitliches Bauwerk errichtet, das 1861 auf Abbruch zum Verkauf kam.28

E19: Stifter von Denkendorf

In Denkendorf wird der Stifter als GRAF BERTHOLD VON HOHENBERG UND LINDENFELS bezeichnet. Seit Jahrhunderten schon gibt es zahlreiche unbewiesene Spekulationen um diesen Berthold, der in drei zeitgenössischen Urkunden29 als Gründer des Chorherrenstiftes in Denkendorf die Hauptrolle spielt: Mal soll es ein Graf von Beutelsbach gewesen sein, dann ein Graf von Württemberg, aber auch die Neuffener, Calwer, Zähringer und viele andere wurden schon als angebliche Stifter von Denkendorf genannt.

In jüngster Zeit behaupteten zwei Heimatforscher, der Sohn eines Graf Berthold von Hohenberg namens Graf Berthold von Lindenfels30 aus dem Odenwald sei es gewesen.31 Die beiden schmücken ihre Hypothese, die sie anscheinend für eine gegebene Tatsache halten, mit zahlreichen Details aus, legen allerdings nirgends einen echten Beweis vor.32

E20: Philipp von Schwabens Ausbildung im Kloster Adelberg

In Kloster Adelberg ist zu lesen, der spätere König PHILIPP VON SCHWABEN sei 1188-1189 IN ADELBERG AUSGEBILDET worden. Diese Behauptung, die erstmals im 17. Jahrhundert belegt ist, wird als historische Tatsache dargestellt. Alle weiteren Details sind hier bei der Dokumentation der Adelsberger Stauferstele beschrieben.33

Historisch korrekt wäre es gewesen, die Ausbildung Philipps – ähnlich wie auf der Schwäbisch Gmünder Stauferstele die mit Agnes von Waiblingen verknüpfte Gründung der Johanniskirche – als Sage zu kennzeichnen.

E21: Konrad III. designiert Barbarossa als Nachfolger

Laut der Stauferstele in Bamberg DESIGNIERT Konrad III. 1152 AUF DEM STERBEBETT STATT SEINES NOCH UNMÜNDIGEN SOHNES FRIEDRICH VON ROTHENBURG SEINEN NEFFEN FRIEDRICH BARBAROSSA ZUM THRONFOLGER. Dies gilt inzwischen aus zweierlei Gründen als überholt:

  • Dem Wunsch eines verstorbenen Königs hinsichtlich seiner Nachfolge kam keinerlei rechtliche Bindung zu. Wie schon bei den vorangegangenen Königswahlen von Lothar III. (1125) und von Konrad selbst (1138) lag auch 1152 die Entscheidung allein bei den Fürsten. Diese musste Konrads Neffe Friedrich, der später Barbarossa genannt wurde, mit überzeugenden Gründen und Versprechungen für sich gewinnen, wenn er gewählt werden wollte.34
  • Dass die Fürsten aber bereits kaum zwei Wochen nach Konrads Tod in Frankfurt zur Wahl bzw. in Aachen zur Krönung versammelt waren, lässt sich nur so erklären, dass diese Termine schon vor Konrads Tod feststanden und ursprünglich der Wahl und Krönung von Konrads siebenjährigem Sohn Friedrich, der später von Rothenburg genannt wurde, gelten sollten.35
Dass der älteste, vielfach noch unmündige Sohn zu Lebzeiten des Königs als Mitkönig und Nachfolger gewählt wurde, war nichts Ungewöhnliches. So war auch Konrads erster Sohn Heinrich, der zwei Jahre vor seinem Vater verstorben war, als Zehnjähriger zum Mitkönig gewählt worden. Heinrich, den Sohn von Friedrich I. Barbarossa, wählten die Fürsten sogar zum König, als dieser erst dreieinhalb Jahre alt war.

E22: Burg Königstein gehört Hessen

Auf der Stauferstele in Königstein steht, BURG UND HERRSCHAFT seien 1945 von PREUSSEN an HESSEN gefallen. Das Herzogtum Nassau war unter dem politischen Druck Napoleons geschaffen worden und erhielt beim Reichsdeputationshauptschluss 1803 unter anderem auch Stadt und Burg Königstein. Das Herzogtum Nassau wurde, nachdem es im Deutschen Krieg von 1866 an der Seite Österreichs verloren hatte, von Preußen annektiert. Den Preußen gehörte die Burg aber nur sechs Jahre lang. 1872 fiel sie über einen Tausch in den Privatbesitz von Herzogin Adelheid Marie, der zweiten Ehefrau von Herzog Adolph von Nassau, dem späteren Großherzog von Luxemburg.36 Deren Tochter Hilda, die letzte Großherzogin von Baden, schenkte 1922 die Burgruine mitsamt dem umgebenden Waldkranz der Stadt Königstein, die bis heute Eigentümer der Burganlage ist.37 Die Liste der mittelalterlichen Besitzer und neuzeitlichen Eigentümer der Burg müsste ab 1866 so aussehen:

PREUSSEN
1866
NASSAU
1872
KÖNIGSTEIN
1922
HESSEN
1945

E23: Konrad III. und Rothenburg

Laut der Stauferstele in Rothenburg verlieh KAISER HEINRICH V. im Jahre 1116 SEINEM NEFFEN DEM SPÄTEREN KÖNIG KONRAD III. DEN TITEL EINES ·DVX ORIENTALIS FRANCIAE DE ROTINBURC· Der Salierkaiser Heinrich V. übertrug laut einer zeitgenössischen Chronik von Ekkehard Uraugiensis (dt. von Aura) 1116 Konrad, dem Sohn seiner Schwester Agnes von Waiblingen (Chuonrado sororis sue filio) das Herzogtum Ostfranken (ducatum orientalis Franciae).38 Ob der spätere König Konrad in diesem Zusammenhang auch an Rothenburg kam, ist strittig.39 Der Titel eines dux orientalis Francie de Rotinburc stammt aus den um 1280 verfassten Annales Spirenses. Dort wird allerdings auch fälschlich behauptet, Heinrich habe Konrad eine seiner Töchter zur Frau gegeben.40 Es ist daher irreführend, durch Nennung des Titels aus den unzuverlässigen Annales Spirenses den gemeinsamen Erwerb des Herzogtums Ostfranken und von Rothenburg im Jahre 1116 als Tatsache darzustellen.41

E24: Kuno von Münzenberg gilt als Erbauer der Burg Königstein

Auf der Stauferstele in Königstein steht: CUNO I. VON MÜNZENBERG ... GILT ALS ERBAUER DER BURG. Das an der Südwand der Kernburg direkt hinter der Stauferstele sowie an der Westseite der Kernburg noch erhaltene Opus spicatum (dt.: Ährenwerk von lat. spica = Ähre, auch Fischgrätmauerwerk genannt) ist in dieser Form in Deutschland einmalig. Es konnte an Hand von im Mörtel geborgenen Holzkohlestücken von einem Laboratorium der Universität Heidelberg auf die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts bestimmt werden. Die 1964 im oberen Burghof entdeckten und ergrabenen Mauerzüge lassen den Schluss auf einen noch älteren Vorläufer zu.42 Somit existierte die Burg Königstein bereits, bevor Kuno I. von Münzenberg in den Besitz der Burg und Siedlung Königstein kam. – Quelle für diesen Irrtum war anscheinend ein Wikipedia-Artikel über die Geschichte von Königstein, der erst wenige Wochen vor Einweihung der Stele korrigiert wurde.43

E25: Barbarossas ältester Sohn

Auf der Stauferstele in Bamberg wird HEINRICH VI. als ÄLTESTER SOHN VON KAISER FRIEDRICH BARBAROSSA bezeichnet. Heinrich VI. war aber nicht der älteste Sohn, sondern der zweite Sohn von insgesamt elf Kindern aus der Ehe Friedrich Barbarossas mit Beatrix von Burgund. Sein ein Jahr älterer Bruder Friedrich, der von Geburt an kränkelte, starb noch im Kindesalter. Übrigens wurde Heinrichs jüngerer Bruder Konrad nach dem Tod des Erstgeborenen in Friedrich umbenannt, um diesen Leitnamen der Familie zu erhalten.44

E26/E27: Die Markgrafen von Baden und die Zähringer

Auf der Stauferstele in Baden-Baden steht, dass Hermann II. Markgraf von Baden über seinen Vater Hermann I. AUS DEM HAUSE ZÄHRINGEN abstamme. Es war aber sein Onkel Berthold II., der mit der wohl von ihm erbauten Burg Zähringen bei Freiburg die Linie begründete, die sich nach dieser Stammburg Herzöge von Zähringen nannte.

Dasselbe gilt für Markgraf Hermann III., der laut der Stauferstele in Besigheim AUS DEM HAUSE ZÄHRINGEN abstammen soll.

Richtig ist, dass Badener und Zähringer in Berthold I., Herzog von Kärnten und Markgraf von Verona, einen gemeinsamen Vorfahren haben:

Berthold I. Herzog von Kärnten, Markgraf von Verona († 1078)
Hermann I. Markgraf von Verona († 1074)
Hermann II. Markgraf von Baden († vor 1130)
Hermann III. Markgraf von Baden († 1160)Markgrafen von Baden (bis heute)
Berthold II. Herzog von Zähringen († 1111) Herzöge von Zähringen (1218 erloschen)

Die Herzöge von Zähringen starben 1218 aus. Als aber Karl Friedrich Markgraf von Baden im Jahre 1806 den Titel eines Großherzogs annahm, legte er sich zugleich den Titel eines Herzogs von Zähringen zu. Dieser Vereinnahmung der Zähringer-Tradition durch die Badener sitzt die Literatur gelegentlich noch heute auf, wenn behauptet wird, die Markgrafen von Baden stammten aus dem Geschlecht der Zähringer.45

E28: Landesmutter Agnes von Waiblingen

Auf der Stauferstele in Klosterneuburg wird Agnes von Waiblingen unter dem Wappen der Babenberger als LANDESMUTTER bezeichnet. Früher wurden Landesherrinnen als Landesmutter bezeichnet, wie zum Beispiel Maria Theresia von Österreich. Heute wird der Begriff für weibliche Regierungschefs und Staatsoberhäupter verwendet und würde beispielsweise auf Angela Merkel zutreffen.

Agnes war in zweiter Ehe mit dem Markgraf der Marcha orientalis (dt: Ostmark, Ostarrîchi), dem Babenberger Leopold III. verheiratet. Diese Markgrafschaft war als Teil des Herzogtums Bayern ein schmaler Streifen beiderseits der Donau flussabwärts von Linz bis zur Einmündung der March, der Grenze zum Königreich Ungarn. Sie war kleiner als das heutige Bundesland Niederösterreich. Auch wenn Leopold III. im Jahre 1485 heiliggesprochen und 1663 zum Landespatron Österreichs erhoben wurde, war Agnes schlichtweg die Ehefrau eines Markgrafen und es wurde auch nie versucht, aus ihr eine "Landesmutter" zu konstruieren.46

E29: Haus Baden treu an der Seite der Staufer

Auf der Stauferstele in Besigheim wird behauptet: DAS HAUS BADEN STAND TREU AN DER SEITE DER HOHENSTAUFEN BIS ZU DEREN UNTERGANG MIT DEM TOD DES KÖNIGS KONRADIN †1268. Es gab zwar eine Badener Linie, die durch Heirat das Herzogtum von Österreich und Steiermark beanspruchte. Diese Linie erlosch mit Friedrich von Baden-Österreich, der Konradin auf dessen Feldzug nach Italien begleitete und 1268 mit ihm in Neapel hingerichtet wurde. Friedrich von Baden-Österreich trug jedoch nur leere Titel, denn in Baden regierte sein Onkel Rudolf I. die Markgrafschaft. Markgraf Rudolf I. von Baden stand von 1246 bis zum Untergang der Staufer auf der Seite der Staufergegner: Nach der Niederlage des Stauferkönigs Konrad IV. bei der Schlacht bei Frankfurt trat der Markgraf 1246 auf die Seite des Gegenkönigs Heinrich Raspe über. Später war Rudolf ein Anhänger von Richard von Cornwall, der ihm auch 1258 für die Stadt Steinbach das Marktrecht verlieh.47

E30/E31/E32: Markgraf Hermann V. von Baden und Heinrich (VII.)

Auf der Stauferstele in Besigheim steht, dass Markgraf Hermann V. von Baden ein ·FAMILIARIS· ENGER VERTRAUTER von König Heinrich (VII.) gewesen sei. Dies täuscht eine Harmonie vor, von der keine Rede sein kann. Denn Heinrich (VII.) wollte nach seiner Regierungsübernahme dem Markgrafen das Lehen der Stadt Ettlingen entziehen und die an Hermann für 2300 Mark Silber verpfändeten Städte Eppingen, Sinsheim und Lauffen für nur 1300 Mark zurückholen. Hermanns ältesten Sohn nahm er als Geisel. Hermann reiste 1234 heimlich über die Alpen zu Kaiser Friedrich II., der ihm um 1219/1220 diese Städte überlassen hatte. In einer in Apulien ausgestellten Urkunde annullierte der Kaiser diese Verfügungen seines Sohnes.48

Diese Irreführung steht auch auf der Stauferstele Baden-Baden und der Stauferstele Ettlingen.

E33: Güglingen wurde in staufischer Zeit zur Stadt

Auf der Stauferstele in Güglingen steht, IN STAUFISCHER ZEIT sei GÜGLINGEN ZUR STADT geworden. Die staufische Zeit endete in Deutschland, als der letzte Stauferkönig Konrad IV. im Jahre 1251 nach Italien aufbrach, um sein Erbe im Königreich Sizilien anzutreten, wo er 1254 starb. Als Stadt erwähnt wird die civitas in Gugelingen erstmals in einer Urkunde vom 8. März 1295.49 Vor diesem Hintergrund kann man nicht behaupten, Güglingen sei in staufischer Zeit gegründet worden. – Die Stadt Güglingen schreibt auf ihrer offiziellen Website hingegen korrekt, dass Güglingen sich "ab der 2. Hälfte des 13. Jh." zur Stadt entwickelte.50

E34: Ettlingen erhielt 965 das Marktrecht

Auf der Stauferstele in Ettlingen wird von einer VERLEIHUNG DES MARKTRECHTS DURCH KAISER OTTO I. DEN GROSSEN 965 berichtet. Einem unter Abt Edelin Ende des 13. Jahrhunderts angefertigten Güterverzeichnis des Klosters Weißenburg ist tatsächlich zu entnehmen, dass Kaiser Otto I. dem Kloster für Etiningen das Marktrecht verliehen hat. In diesem sogenannten Codex Edelini steht aber nicht, wann genau dies geschah.51 Daher kann man nur sagen, dass es spätestens im Jahre 973, dem Todesjahr Ottos geschehen sein muss. Das Jahr 965 ist eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung des 1999 verstorbenen Ettlinger Heimatforschers Rüdiger Stenzel. Weitere Details.

E35: Ettlingen erhielt 1192 das Stadtrecht

Auf der Stauferstele in Ettlingen wird von einer VERLEIHUNG DES STADTRECHTS UNTER DEN STAUFERN VERMUTLICH 1192 SPÄTESTENS 1220 berichtet. Diese Inschrift suggeriert, dass es stichhaltige Argumente für das Jahr 1192 gäbe. Aus einer Urkunde, die Kaiser Friedrich II. im Jahre 1234 in Apulien ausgestellt hat, geht aber nur hervor, dass er bei seinem Aufenthalt in Deutschland dem Markgraf Hermann V. von Baden die Stadt Ettlingen (civitate Ettenigen) zum Lehen gegeben hatte.52 Da Friedrich II. im Jahre 1220 von Deutschland nach Italien zurückkehrte, steht lediglich fest, dass Ettlingen spätestens 1220 zur Stadt erhoben worden sein muss. Das Jahr 1192 basiert auf Spekulationen sowie im Widerspruch zu den vorliegenden Quellen stehenden Behauptungen des auch für das vorige Erratum verantwortlichen Rüdiger Stenzel. Weitere Details.

Betroffene Stauferstelen

2000  Castel Fiorentino
2002Hohenstaufen
2006Haguenau E6
2007Waiblingen E15
2008Kloster Lorch
Trifels E2
Kloster Adelberg E13 E20
2009Klosterneuburg E28
Bari
Bad Wimpfen
Weinsberg
2010Rothenburg E14 E23
2011Besigheim E12 E27 E29 E30
2012Schwäbisch GmündE8
MarkgröningenE17
Burg Niederhaus
Göppingen
Ellwangen
Kloster Maulbronn
Justingen
2013  Cheb
Bad Boll E10
Dinkelsbühl E3 E16
2014Heilbronn E4
Hohenneuffen
Wäscherburg E18
Bopfingen E1 E11
Baden-Baden E9 E26 E31
2015Denkendorf E5 E19
Bamberg E7 E21 E25
Königstein E22 E24
2016  Esslingen
2017  Güglingen E33
Ettlingen E32 E34 E35

Drei Nachbesserungsmöglichkeiten

Eine Stauferstele besteht aus einer quadratischen Bodenplatte und drei achteckigen Trommeln, deren Montage viel Fingerspitzengefühl verlangt.

Der Austausch einer fehlerhaften Trommel durch eine neue mit fehlerfreien Inschriften kann sich bei größerer Entfernung mit Material-, Arbeits- und Transportkosten zuzüglich Mehrwertsteuer auf über zehntausend Euro summieren. Dennoch sind die Folgen dieser fachgerechte Nachbesserungsvariante zu erkennen: Da die Trommeln einer Stele aus einem Rohblock gefertigt werden, der von einer bestimmten Stelle im Steinbruch kommt und somit eine spezifische Helligkeit hat, fällt die neue Trommel, die aus einer anderen Charge stammt, normalerweise durch einen Helligkeitsunterschied auf.

Als zweite und vom Ergebnis her schlechtere Nachbesserungsvariante kommt der Austausch der fehlerhaften Seitenfläche in Frage. Dazu müsste der Bildhauer die betroffene Trommel in die Werkstatt holen, dort die fehlerhafte Seite um etwa vier Zentimeter aufmeißeln, eine passgenaue Platte herstellen, einsetzen und komplett neu beschriften. Die Fasenfugen links und rechts wären jedoch deutlich sichtbar, hinzu käme der bereits erwähnte Helligkeitsunterschied. Nachteilig wäre auch, dass die fehlerhafte Trommel zunächst demontiert und in die Werkstatt gebracht werden muss. Bis die nachgebesserte Trommel dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Stele eingebaut wird, präsentiert sich die Stele in einem unvollständigen Zustand. Da bei dieser Variante zwei Montagetermine vor Ort notwendig sind, verdoppeln sich gegenüber dem Austausch einer kompletten Trommel die Kosten für Transport und Montage. Allerdings fallen nicht die Materialkosten für eine komplette neue Trommel und die Arbeitskosten für die Neubeschriftung sämtlicher vier Seiten an.

Dem Bildhauer ist es in Heilbronn gelungen, die falsche '9' so in eine '8' umzuarbeiten, dass wohl nur wenige Betrachter die Nachbesserung bemerken.
Eine dritte Nachbesserungsvariante ist die Umarbeitung eines fehlerhaften Zeichens. Dies kann gelingen, wenn nur ein Buchstabe oder eine Ziffer fehlerhaft ist, was jedoch bei nur sehr wenigen Errata der Fall ist. So wurde in Heilbronn (E4) nachträglich eine '9' in eine '8' umgearbeitet. Zwar lässt sich bei diesem Verfahren nicht vermeiden, dass die Nachbesserung für den genauen Betrachter erkennbar ist. Dafür beschränken sich die Kosten dieser Variante auf die An- und Abfahrt des Bildhauers und seine Nachbesserungsarbeit vor Ort. – Im Jahre 2016 würde die Stauferstele in Bamberg (E7) in ähnlicher Weise korrigiert, dort wurde das Jahr 1209 und 1203 umgearbeitet.

1.  Peter Koblank: Wie eine Stauferstele entsteht. Vom Steinbruch bis zur Einweihung. auf stauferstelen.net.
2.  Monumenta Germaniae Historica, Band 10, 4, Nr. 970.
3.  Württembergisches Urkundenbuch, Band II., Nr. A1, hier: S. VI.
4.  Monumenta Germaniae historica, Band 3, S. 1-7. – Zeumer, Karl: Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Reichsverfassung in Mittelalter und Neuzeit, Tübingen 1913, Nr. 64 (1241).
5.  Urkunde von Papst Honorius (zwischen 1125 und 1130). Württembergisches Urkundenbuch, Band I., Nr. 283.
6.  Urkunde von König Konrad III. (1139). Württembergisches Urkundenbuch Online, Band II., Nr. 312.
7.  Rudolf M. Kloos: Ekbert von Andechs-Meranien. In: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 427-428, hier: S. 428. – Diesen Fehler entdeckte Karl-Heinz Fuchs vom Freundeskreis zum Gedenken von Königin Irene Maria von Byzanz e.V. in Göppingen.
8.  Diesen Fehler entdeckte der Historiker Klaus Graf und lieferte die fachlichen Hintergrundinformationen. – Details: War Heinrich VI. im Jahr 1193 in Gmünd? In: Stauferstele Schwäbisch Gmünd auf stauferstelen.net.
9.  Alfons Zettler: Geschichte des Herzogtums Schwaben, Stuttgart 2003, S. 188.
Tobias Weller: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 397-398.
Werner Frasch: Schwäbische "Stauferstele" auf badischem "Urgrund". In: Arbeitskreis für Stadtgeschichte Baden-Baden e.V. (Hrsg.): Aquae 2015, Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Kurortes Baden-Baden, Ausgabe 48/2015, S. 88-112, hier: S. 105. PDF 3,8 MB.
10.  Heinz Bühler: Zur Geschichte der frühen Staufer. In: Walter Ziegler (Hrsg.): Hohenstaufen. Stauferforschungen im Stauferkreis Göppingen, Göppingen 1977, S. 1-44, hier: S. 30-36.
11.  Tobias Weller: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 201-204.
Tobias Weller: Auf dem Weg zum 'staufischen Haus'. Zu Abstammung, Verwandtschaft und Konnubium der frühen Staufer, In: Hubertus Seibert, Bernd Schneidmüller (Hrsg.): Grafen, Herzöge, Könige. Der Aufstieg der frühen Staufer und das Reich (1079-1152), Ostfildern 2005, S. 41-63, hier: S. 58-60.
12.  Hansmartin Decker-Hauff: Das Staufische Haus. In: Württembergisches Landesmuseum (Hrsg.): Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Stuttgart 1977, Band III, S. 339-374, hier: S. 349.
13.  Klaus Graf: Der Mythos Staufer. Eine schwäbische Königsdynastie wird erinnert und instrumentalisiert. In: Schwäbische Heimat 2010/3, S. 296-306, hier: S. 304.
14.  Odilo Engels: Die Staufer, Stuttgart 2010 (9. Auflage), ohne Seitenangabe nach S. 250. In der Stammtafel dieses Standwerks wird seit der 7. Auflage (1998) keine Berta von Boll mehr als angebliches Kind von Herzog Friedrich I. von Schwaben und Agnes von Waiblingen genannt. Die Stammtafel der 6. Auflage (1994) hielt sich noch an die Angaben von Decker-Hauffs Genealogie. Siehe auch: Tobias Weller: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 226.
15.  Monumenta Germaniae Historica, Scriptorum, Band 23, Stuttgart 1874, S. 384 (Zeile 31-32). Hierzu auch:
Ferdinand Geldner: Um die frühen Staufergräber in Ebrach, Lorch und Bamberg. In: Gerd Zimmermann: Festschrift Ebrach 1127-1977, Volkach 1977, S. 38-52, hier: S. 44-48.
16.  Monumenta Germaniae Historica, Band 10, 1, Nr. 65.
17.  Walter Ziegler: Der Gründer Adelbergs: Volknand von Staufen-Toggenburg, ein Vetter Barbarossas. In: Walter Ziegler (Hrsg.): Hohenstaufen. Stauferforschungen im Stauferkreis Göppingen, Göppingen 1977, S. 54.
18.  ebd. S. 72-73.
19.  Tobias Weller: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 152-154. – Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188. auf stauferstelen.net.
20.  Otto von Freising: Gesta Friderici I. Imperatoris, lib. II, c. 2, MGH SSrG [46] S. 103. – Otto schreibt dort um 1156: Duae in Romano orbe apud Galliae Germaniaeve fines famosae familiae hactenus fuere. Una Heinricorum de Gueibelinga, alia Gwelforum de Aldorfio, altera imperatores, altera magnos duces producere solita. Damit führt er die sogenannten "Heinriche von Waiblingen" als Überbegriff der Salier und der Staufer ein, ohne aber zu behaupten, einer von ihnen sei dort geboren.
21.  Wilhelm Muschka: Agnes von Waiblingen. Stammmutter der Staufer und Babenberger-Herzöge. Eine mittelalterliche Biografie, Marburg 2012, S. 37.
Thomas Lindner: Heinrich IV. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Berlin 1967, S. 399-411, hier: S. 399.
Egon Boshof: Die Salier, Stuttgart/Berlin/Köln 1995, S. 161.
22.  Muschka, a.a.O. S. 44. – Er geht dort direkt auf die Waiblinger Stauferstele ein.
23.  Joachim Kolb: Dinkelsbühl: Entwicklung und Struktur, München 2009, S. 4.
24.  Karl Simrock (Übersetzer): Das Nibelungenlied, 1827, 25. Abenteuer, Verse 1569-1570. – 25. Abenteuer als Faksimile der Nibelungenhandschrift A. – Es gibt eine 110 Kilometer lange Ferienstraße, die von Worms durch den Odenwald zum Main führt und seit 1989 als Nibelungenstraße vermarktet wird.
25.  Max-Planck-Institut (Hrsg.): Die deutschen Königspfalzen. Band 3: Baden-Württemberg. Teilband 1: Adelberg - Reichenau. Göttingen 2004, S. 392.
26.  ebd. S. 394. – Die Verortung von Groningen in Markgröningen findet man bei Wilhelm Bernhardi: Konrad III. Erster Theil 1138-1145. Leipzig 1883, S. 119-120.
27.  ebd. S. 397.
28.  Hartwig Zürn: Ausgrabungen auf dem "Burren" bei Wäschenbeuren (Kr. Göppingen). In: Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein (Hrsg.): Fundberichte aus Schwaben, Neue Folge 15, Stuttgart 1959, S. 110-115. – Die Wäscherburg wird auf 1220 bis 1250 datiert und die zweite Turmhügelburg auf dem Burren auf 1250 bis 1300. Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb. Band 1 Nordost-Alb. Biberach 1988, S. 79 u. 91.
29.  Württembergisches Urkundenbuch, Band I., Nr. 283, Nr. 312 und Nr. 316.
30.  Bezeugt als Bertolfus comes de Lindenfels in der Zeugenliste einer Urkunde von Kaiser Heinrich V. vom 25. März 1123 und als Bertolfus comes de Lindenveles in der Zeugenliste einer Urkunde des Erzbischofs von Mainz aus dem Jahr 1130.
31.  Rolf Deuschle/Herbert Raisch: Kloster Denkendorf und sein Stifter Berthold, Graf von Hohenberg/Lindenfels. In: Stadtarchiv Esslingen am Neckar (Hrsg.): Esslinger Studien 20 (1981), S. 7-35, passim.
Rolf Deuschle/Herbert Raisch: Kloster Denkendorf, die Württemberger und die Staufer. In: Hohenstaufen Helfenstein, Band 7 (1997), S.33-68, hier: S. 41.
32.  Wer war der Stifter von Denkendorf? In: Stauferstele Denkendorf auf stauferstelen.net.
33.  Wurde Philipp von Schwaben in Adelberg ausgebildet? In: Stauferstele Kloster Adelberg auf stauferstelen.net.
34.  Knut Görich: Friedrich Barbarossa. Eine Biografie. München 2011, S. 97.
35.  ebd. S. 95.
36.  Georg Piepenbring: Ruine Königstein. Kurze Beschreibung und Geschichte nach historischen Quellen. Königstein 1907, S. 3. – Diesen Fehler teilte uns Rudolf Krönke, Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde in Königstein, mit.
37.  Otto Katzer: Die Burg Königstein. In: Burgverein e.V. Königstein im Taunus (Hrsg.): Burgfest Königstein 1985, S. 31-37, hier: S. 37.
38.  Eckehardi Uraugiensis Chronica, Monumenta Germaniae Historica Scriptores 6, Annalista Saxo, S. 249.
39.  Regesta Imperii Online: RI IV,1,2 n. 14.
40.  Jürgen Petersohn: Franken im Mittelalter. Identität und Profil im Spiegel von Bewußtsein und Vorstellung, Ostfildern 2008, S. 117. PDF-Ausgabe. – Von Kaiser Heinrich V. ist nur eine Tochter bekannt. Sie soll Bertha geheißen und 1117 den Grafen Ptolemeo II. von Tusculum geheiratet haben.
41.  Diese Irreführung entdeckte der Historiker Klaus Graf und lieferte die fachlichen Hintergrundinformationen.
42.  Rudolf Krönke: Erste Besiedelung des Burgberges. Online bei burgverein-koenigstein.de.
43.  Siehe Diskussion zum Wikipedia-Artikel Geschichte von Königstein im Taunus. – Die Qualität der meisten Wikipedia-Artikel ist auf Grund verschiedener in den letzten Jahren eingeführter Qualitätssicherungsmaßnahmen sehr hoch. Immerhin ist auch der fehlerhafte Artikel inzwischen korrigiert, während zwei andere Wikipedia-Artikel zum Thema (Königstein im Taunus, Burg Königstein) diesbezüglich ohnehin fehlerfrei sind und waren. – Der Satz "Kuno gilt als der Erbauer der Königsteiner Burg" ist sowohl in enzyklopädischer Hinsicht, als auch aus Sicht eines Historikers völlig unbrauchbar. Er suggeriert eine Tatsache mit der Behauptung, es gäbe dieses Gerücht, ohne aber dessen Urheber zu nennen. Dennoch hat dieser Satz sich epidemisch im Internet verbreitet, wie eine Google-Suche zeigt.
44.  Knut Görich: Friedrich Barbarossa. Eine Biografie. München 2011, S. 258. – Diesen Fehler entdeckte Gudrun Haspel aus Lorch bei einem Besuch in Bamberg.
45.  Armin Kohnle: Kleine Geschichte der Markgrafschaft Baden, Karlsruhe 2007, S. 21 f und S. 24.
46.  Karl Brunner: Leopold III. von Österreich. Wege zur Heiligkeit. In: L'Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft 7 (1996) 34-45, hier: S. 36.
Daran ändert auch nichts, dass Agnes in einer 1987 erschienenen Kurzbiographie im Titel und im Schlusssatz ohne jegliche Begründung als solche bezeichnet wurde: Heide Dienst: Agnes: Herzogin, Markgräfin, Landesmutter. In: Karl-Heinz Ruess (Hrsg.): Babenberger und Staufer, Göppingen 1987, S. 53-68. – Dieselbe Autorin veröffentlichte übrigens zwei Jahre zuvor ein Buch mit dem sinnvolleren Titel Agnes. Herzogin - Markgräfin. Ehefrau und Mutter. Wien 1985.
Zutreffend wäre gewesen, Agnes als "Stammmutter der Babenberger Herzöge" zu bezeichnen, da sie einerseits lediglich in die schon seit vielen Generationen als Markgrafen von Österreich fungierende Familie der Babenberger einheiratete, andererseits aber ihr Sohn Heinrich II. Jasomirgott im Jahre 1156 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zum Herzog von Österreich erhoben wurde. – So beispielsweise im Buchtitel bei Wilhelm Muschka: Agnes von Waiblingen. Stammmutter der Staufer und Babenberger-Herzöge. Eine mittelalterliche Biografie. Marburg 2012.
47.  Gottfried Peter Rauschnick: Handbuch der Special-Geschichte sämmtlicher deutscher Staaten alter und neuer Zeit: Baiern, Schwaben, Würtemberg, Baden, Pfalz, Schweiz, Oesterreich, Band 1. Mainz 1828, S. 163.
Wolfgang Menzel: Geschichte der Deutschen bis auf die neuesten Tage. Cotta 1837, S. 336.
Heinrich August Pierer: Supplemente zum Universal-Lexikon oder Encyclopädischem Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe: Aa - Bronchophonie, Band 1. Altenburg 1841, S. 411.
48.  Rüdiger Stenzel: Ettlingen: Von der Gründungsstadt der Staufer zur landesherrlichen Stadt der Markgrafen von Baden. In: Museumsgesellschaft Ettlingen e. V. und Stadtgeschichtliche Kommission Ettlingen (Hrsg.): Ettlinger Hefte. Sonderheft 3 Festschrift 800 Jahre Stadt Ettlingen S. 5-40. Ettlingen 1992, hier: S. 21ff.
49.  Württembergisches Urkundenbuch, Band X, Seite 315, Nr. 4628.
50.  Aus der Geschichte von Güglingen auf gueglingen.de. Abgerufen am 2. April 2017.
51.  Johann Kaspar Zeuss (Hrsg.): Traditiones possessionesque Wizenburgenses: codices duo cum supplementis, Speyer 1842, S. 301, Nr. 298. Auf diese Quelle hat uns der Historiker Klaus Graf hingewiesen. – Dieser sogenannte Codex Edilini nennt kein Datum für diese Marktrechtsverleihung, sodass sie irgendwann in die Regierungszeit Ottos des Großen zwischen 936 und 973 fällt. Siehe auch: Postfaktisches aus Ettlingen. Die Datierungen der Markt- und Stadtrechtsverleihung sind frei erfunden.
52.  Württembergisches Urkundenbuch, Band III., Nr. 855, S. 353. Siehe auch: Postfaktisches aus Ettlingen. Die Datierungen der Markt- und Stadtrechtsverleihung sind frei erfunden.

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